Text zu Platon

Die Installation PLATON

Bei Platons Höhlengleichnis, das hier dargestellt ist, ist Licht das Medium, welches Erkenntnis ermöglicht. Betrachter-Figuren sitzen auf einer Bank, hinter ihnen `wandern´ Figuren auf einem Laufband und tragen Kleinplastiken. Dahinter befindet sich ein Strahler, der die Szene beleuchtet und Schatten dieser getragenen Artefakte auf die Wand wirft, die von den Betrachter-Figuren angesehen wird. 

Bei Platon wird der Suchende aus der passiven Position, in der er nur die Schatten der Artefakte sehen konnte, gelöst, dreht sich um und verlässt die Höhle, um oben im Licht der Sonne die Welt zu erkennen, wie sie wirklich ist. Dass es sich um einen Akt der Befreiung handelt, realisiert er zunächst nicht.Schließlich findet er im ungezwungenen Studium seines Erkenntnisgangs zum Erkennen der Sonne. Sobald er diese sieht, versteht er im selben Moment die Zusammenhänge und kann die Schlussfolgerung ziehen, dass sie nicht nur höchste Erkenntnis, sondern auch die Ursache alles Erkannten ist und durch sie allein auch der erkennende Aufstieg aus der Höhle ermöglicht wird.

Die Erkenntnis-Suche des Menschen steht im Mittelpunkt dieses Gleichnisses. Hier führt sie von einer nicht-reflektierten Bezugnahme auf die Dinge zu der Erkenntnis eines Prinzips, das die Möglichkeit des Erkennens allererst begründet: Die Idee des Guten, die Sonne.

Eine Idee des Guten  schwebt mir nicht vor, wenn ich Kunst schaffe. Aber mich treibt die Vorstellung, dass Kunst die Suche nach dem Sein und nicht nur dem Schein in der Welt motiviert und so die Bildung von persönlich erkanntem Wissen ermöglicht. Sowohl in der Betrachtung der Werke als auch in der Reflexion auf sich selbst als Betrachter wird Meinen zum Wissen, wird Doxa zur Noesis, wird das Objekt zum Teil des Subjekts.